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Redaktionelle Standards

Wie wir publizieren — unsere redaktionellen Standards

Horizon Scanner publiziert News-Analysen und Methodik-Inhalte zu EU-Regulierung. Diese Seite dokumentiert verbindlich, wie wir Themen auswählen, recherchieren, prüfen und korrigieren — damit Leser, Aufseher und Suchmaschinen einschätzen können, mit welcher Verantwortungstiefe wir arbeiten.

Stand:

01Themen-Auswahl

Wir wählen Themen nach drei Kriterien: (a) regulatorische Materialität — Veröffentlichung im Amtsblatt, ESA-Leitlinie, Q&A-Update oder nationales Aufsichts-Schreiben mit Wirkung auf Finanzinstitute; (b) Aktualitäts­wert — News-Themen werden binnen weniger Tage nach Veröffentlichung der Primärquelle bearbeitet; (c) Lesernutzen — wir bevorzugen Themen, zu denen unsere Zielgruppe (Compliance-, Risk-, IT-Sicherheits- und Aktuariats-Funktionen in europäischen Finanzinstituten) operative Entscheidungen treffen muss.

Wir publizieren keine Klick-Köder, keine sensationalisierten Headlines, keine spekulativen Vorhersagen über Lobby-Ausgänge. Eine Headline wie „X wird jetzt verboten“ wird nur dann verwendet, wenn ein Primärtext unmissverständlich das Verbot dokumentiert.

02Recherche und Quellen-Hierarchie

Jeder Artikel ankert auf einer Primärquelle: dem Amtsblatt-Text, der ESA-Leitlinie im Original, dem Aufsichts-Schreiben in der publizierten Fassung. Sekundärquellen (Kanzlei-Kommentare, Pressemeldungen, Analyse-Berichte) werden zitiert, aber nicht als Faktenbasis verwendet — sie kontextualisieren, sie ersetzen nicht den Primärtext.

Zitations-Regel: Jede materielle Aussage (Datum, Zahl, Artikel-Nummer, rechtliche Schlussfolgerung) trägt eine Inline-Fußnote `[N]`, die zur Quellen-Liste am Artikel-Ende verlinkt. Quellen-Links zeigen, wo immer möglich, auf EUR-Lex unter der dauerhaften ELI-URL (European Legislation Identifier) oder die offizielle Aufseher-Domain.

03Vier-Augen-Review vor Veröffentlichung

Jeder Artikel durchläuft vor Publikation ein Vier-Augen-Review: Ein Autor verfasst, ein zweiter prüft Quellen, Daten, rechtliche Schlüsse und Lesbarkeit. Die Prüfung erfolgt asynchron in einem internen Review-Tool; sie ist abgeschlossen, bevor der „Publish“-Knopf gedrückt wird. Bei besonders komplexen Themen (z. B. Aufsichts-Konvergenz oder neue Delegierte Rechtsakte) holen wir externe Stellungnahmen ein — typischerweise von Praktikern aus der Branche.

04AI-Einsatz und menschliche Verantwortung

Wir nutzen AI-Werkzeuge zur Recherche-Beschleunigung, zur Übersetzung und für Erstentwürfe — aber jeder veröffentlichte Artikel ist menschlich verantwortet: jede Aussage wird von einem Redakteur gegen die Primärquelle abgeglichen, jede rechtliche Schlussfolgerung wird von einem zweiten Redakteur gegen­geprüft, und die Veröffentlichung wird von einem Verantwortlichen freigegeben. AI ersetzt nicht das redaktionelle Urteil; sie beschleunigt die Arbeit darum herum.

Diese Praxis ist konsistent mit Art. 26 EU AI Act für Deployer von Hochrisiko-KI-Systemen — auch wenn unsere Anwendung im News-Schreibprozess nicht Hochrisiko ist, halten wir denselben Standard ein.

05Was wir nicht publizieren

Wir publizieren keine: personalisierten Anlageempfehlungen (das wäre MiFID-II-relevant); Rechtsberatung im Einzelfall (das ist Rechtsanwaltsdienst); Kunden-Identifizierungen ohne ausdrückliche Freigabe (Vertraulichkeit); Konkurrenz-Beleidigungen oder direkte Namens-Vergleiche zu identifizierten Wettbewerbern (wir vergleichen Formate, nicht Marken).

06Trennung Redaktion / Vertrieb

Unsere Blog-Artikel haben kein Sales-Ziel. Sie verlinken am Ende oft auf das Produkt — das ist eine Convenience für interessierte Leser, nicht der redaktionelle Zweck. Inhalte werden niemals geändert, weil ein Kunde oder Interessent das wünscht. Der CTA „Demo buchen“ am Artikel-Ende ist Produkt-Marketing; der Artikel-Body ist es nicht.